Verein Lebensräume für autistische Menschen e.V.

  • Einrichtung: Ofterdinger Str. 12,
    72411 Bodelshausen
  • Geschäftsführung Annemarie Hopp
    Ob der Ammer 8, 72070 Tübingen
    Tel. 07073/3894
  • Konto 1316133 BLZ 641 500 20 KSK Tübingen

  

 

 

 

 

 

Aktuell: Seit Januar 2016 ist unsere Einrichtung in die alleinige Trägerschaft der KBF gGmbH Mössingen übergegangen. Wir arbeiten aber weiterhin eng mit der KBF zusammen. Auch Anfragen wegen der Stellenangebote nehmen wir weiterhin entgegen.

Stellenangebote für Fachkräfte

 

Stellenangebote für Hilfskräfte

 

 

Der Verein Lebensräume für autistische Menschen e.V. mit Sitz in Tübingen ist eine als gemeinnützig anerkannte Initiative betroffener Eltern, die seit 2006 daran gearbeitet haben, für ihre schwer autistisch behinderten Kinder eine angemessene Betreuung und Versorgung aufzubauen. Dieses Ziel war im September 2013 mit der Eröffnung des Wohnhauses für Menschen mit Autismus in Bodelshausen im Wesentlichen erreicht.

 

In Baden-Württemberg gab es bis dahin keine adäquate Hilfe für autistisch behinderte erwachsene Menschen mit hohem Hilfebedarf.

Unser Projekt hat Modellcharakter.

Es ist langfristig gesichert durch eine Leistungs- und Vergütungsvereinbarung entsprechend dem SGB XII mit dem Landkreis Tübingen. Das Angebot richtet sich auch an die umliegenden Landkreise und ist für 8 TeilnehmerInnen vorgesehen.

 

Im Herbst 2009 konnte der Verein zunächst mit einer Tagesgruppe in Tübingen-Pfrondorf beginnen und den TeilnehmerInnen eine anregende und lebendige Tagesgestaltung bieten.

 

Ab September 2013 kam auch das Wohnen hinzu.

Auf dem Kastanienhof in Bodelshausen haben wir geeignete Räume gefunden.

Hier sollen unsere TeilnehmerInnen unabhängig vom Elternhaus eine eigene Heimat haben, ohne dass sie die sozialen Beziehungen, die sie bisher aufbauen konnten, aufgeben müssen, weil es nur weit weg von hier in einem anderen Bundesland einen Platz gegeben hätte.

 

Hier ein kleiner Einblick in unsere bisherige Arbeit:

 

 

 

So sah am Anfang unser Alltag in der Tagesgruppe aus:

 

Nach dem Frühstück gehen wir zusammen einkaufen:

In den Dorfladen, in den Supermarkt oder in den Baumarkt

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Wir bereiten gemeinsam das Essen vor und kochen.

 

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Wir machen zusammen die Wäsche. Wir haben eine Bügelmaschine, und bieten einen kleinen Bügeldienst an.

 

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Einmal in der Woche haben wir Ausflugstag.

Wir gehen z.B. nach Tübingen in die Stadtbücherei oder in ein Museum

 

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Für ältere Nachbarn aus dem Dorf bringen wir das Altglas zum Container.

 

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Wir machen noch viele andere Sachen:

Brot backen, Marmelade kochen, Gäste einladen zum Grillen,

unser eigenes Gemüse in unserem Garten anbauen

......

 

 

 Presseberichte

 

®  Schwäbisches Tagblatt 2011-05-17 Altglas

®  Schwäbisches Tagblatt 2011-12-14 Prof. Reinhart Lempp

®  Schwäbisches Tagblatt 2011-12-30 Schwelle im Innern

®  Schwäbisches Tagblatt 2013-05-11 Ein zweiter Anfang

 

 

Kurzfassung unserer Konzeption

für eine Tages- und Wohnstätte für autistisch behinderte Erwachsene mit erheblichem Hilfebedarf

Sie leitet sich ab aus den besonderen Schwierigkeiten und Erwartungen dieser Menschen,

·        die deutlich eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten haben, aber handeln wollen, dies aber oft nicht können, obwohl ihre Motorik nach außen hin unauffällig ist

·        die oft gar nicht oder nur unzureichend sprechen können, aber nicht selten über eine reiche innere Sprache verfügen und manchmal sogar in der Lage sind, sich schriftsprachlich zu äußern, vorausgesetzt, sie bekommen dafür die nötigen Ausfuhrungshilfen

·        die über gute kognitive Fähigkeiten verfügen können mit ausgeprägten Neigungen und Interessen und lernbereit sind, dies aber nicht kundtun können wegen der fehlenden Sprache und eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten

·        die starke Gefühle haben können (Mitleid, Zuneigung, Dankbarkeit, Gerechtigkeitssinn...) und durchaus mit anderen gut auskommen möchten, dies aber nicht zeigen können und bei der Umsetzung sozialer Regeln oft überfordert sind

·        und häufig eine erhöhte Krisenanfälligkeit zeigen, die mit dem oben Genannten zu tun hat, aber auch mit Wahrnehmungsbesonderheiten[1][1]  und Erkrankungen[2][2] .

So brauchen diese Menschen ganz besondere individuelle und umfassende Hilfen, die im Folgenden dargestellt sind:

Hilfen zur Gewinnung von Lebenszutrauen

1.          Pflege umfassender Kommunikation

-       Persönliche Kommunikationsmöglichkeiten finden

-             Bedürfnisse äußern lernen

-             Stellung beziehen

-             Probleme angehen und zu lösen versuchen

-             Über eigene Angelegenheiten mitbestimmen

-             Verbesserung der Ausdrucksfähigkeit

-             Ablösung bzw. Erweiterung) unterstützender Kommunikationshilfen

2.         Handlungsanbahnung und Handlungsbegleitung[3][3]

-             Basale Tätigkeiten (Hygieneverrichtungen...)

-             Einfache Arbeiten (vor allem lebenspraktischer Art, weil diese immer wieder gebraucht werden/ zum Einsatz kommen und ihr Sinn unmittelbar einsichtig ist)

-             Erweiterte Arbeitsangebote

-             Selbständigkeitstraining: Zurücknahme der unterstützenden Hilfen

3.         Anbahnung und Pflege sozialer Beziehungen und des Miteinanders in einer Gruppe

-             Pflege bestehender Bindungen und Beziehungen

-             Freundschaft

-             Liebe

-             Das Leben in der Gruppe erfahren / mitgestalten: Fragen (Probleme) erörtern, gemeinsame Lösungen suchen..

-             Sozialtraining?

4.         Fähigkeiten und Neigungen entdecken und ausbilden. Am öffentlichen und kulturellen Leben teilhaben

-             Neue Erfahrungen machen können (Orte, Menschen, Tätigkeiten, Gedanken, Gefühle, Wissen...)

-             Interessen / Bedürfnisse pflegen

-             Lernen, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen

5.         Hilfe und Begleitung bekommen in schwierigen Lebenssituationen

-             Hilfe im Umgang mit Wahrnehmungsproblemen

-             Entspannungshilfen: Bewegung, Musik, Pausen/Rückzug....

-             Der Situation angepasste Handlungs- und Arbeitshilfen

-             Selbsthilfemöglichkeiten entwickeln: über sich nachdenken, sich besser kennenlernen....

-             Therapeutische Hilfen

-             Das Gespräch mit Menschen mit ähnlichen Schwierigkeiten

-             Spezielle Hilfen bei Nacht

_______________

[4][1] z.B. Über- oder Unterempfindlichkeit in den Sinnesmodalitäten und Schwierigkeiten bei der Wahrnehmungsverarbeitung

[5][2] z.B. Anfallsleiden

[6]3] Handführung (Affolter), Körperarbeit, Teacch, Stützhilfen...)

 

Wir danken folgenden Stiftungen herzlich für ihre Unterstützung:

                          

Aktion Mensch